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Ansichten eines Pferdes

 
Ein gutes Pferd hat keine Farbe ...

Pferderassen G - P

Konik

  • Herkunft: Polen
  • Stockmaß: 120 bis 145 cm
  • Charakter: langlebig, robust
  • Verwendung: Freizeit– und Zugpferd, aber auch ideal für die Landschaftspflege (in freier Wildbahn)
  • Exterieur: Koniks (Panje Pferd, Konik bedeutet Pferdchen auf Polnisch) sind schwarzfalbene Pferde mit dunklem Aalstrich und dunklen Beinen. Mitunter sind Fesselstreifen und ein schwach ausgeprägtes Schulterkreuz vorhanden. Füchse und Rappen sind weitere Farbvarianten, ein gewisser Anteil der Population hat weiße Abzeichen. Der Kopf ist mittelgroß und weist ein gerades oder leicht konkaves Profil auf. Der Schopf ist dicht und wird von kleinen Ohren eingerahmt. Der kurze Hals ist schwer mit einem breiten Ansatz und üppigem, dichten Langhaar. Der Rumpf des Konik ist lang und weist eine ausgeprägte Rippenwölbung auf, die Brust ist breit und tief. Die gut bemuskelte Kruppe ist eher kurz und abgeschlagen, der Schweifansatz ist mitteltief. Die Beine sind kurz und kräftig mit trockenen Gelenken, harten Hufen und einem kleinen Kötenbehang. Die Bewegungen des Konik sind in allen Gangarten fleißig und ausdauernd. Der Konik besitzt ein geringes Maß an Springvermögen und zeichnet sich durch seine hohe Widerstandskraft aus.

Koniks gelten als willig, ruhig und genügsam, welche vom Wildpferd - dem Tarpan – abstammt. Noch im 18. Jahrhundert konnte man die Pferde in den bewaldeten Gebieten von Litauen, Polen und Preußen finden. Die Rasse zeichnet sich durch Langlebigkeit aus. Koniks sind eine sehr menschenfreundliche Rasse und sind selbst als im Freiland aufgewachsene Tiere nicht scheu. Besonders Fohlen halten oft Kontakt zu Menschen. In einer Herde verhalten sich Koniks gegenüber anderen, auch größeren Rassen, dominant. Mittlerweile werden vom Konik zwei verschiedene Typen gezüchtet: Der Ursprungstyp erreicht ein Stockmaß von bis 140 cm, hat einen kräftigen und kompakten Körperbau. Der Sporttyp der Koniks hingegen kann bis zu 145 cm groß werden und ist eher leicht und elegant im Körperbau. Dies wurde durch die Einkreuzung von Englischen und Arabischen Vollblut erreicht.

Seit August 2021 werden auf einem abgetrennten und eingekoppelten Teil der Niederlausitzer Bergbaufolgelandschaft (Schlabendorf Nord) in Brandenburg GPS-überwachte Koniks gehalten, um Gehölze zu verbeißen und diese Naturlandschaft für bodenbrütende Vögel damit weiterhin attraktiv zu halten.

Konik



Mustang

  • Herkunft: USA
  • Stockmaß: 140 - 150 cm
  • Charakter: unabhängig, hartnäckig
  • Verwendung: Viehwirtschaft, Reitpferd, Ausdauerrennen
  • Exterieur: unveredelte, halbwilde Ponyrasse; recht grober Ramskopf auf tief getragenem, kräftigem Hals; genügend Widerrist; stabiler, rundrippiger Rumpf; kräftiger Rücken mit leicht abgeschlagener Kruppe; starke, kurze Beine und unglaublich harte Hufe

Der Mustang ist das nordamerikanische Wildpferd; es stammt von den Pferden spanischer Siedler ab und hat deshalb Blut von Andalusiern, Arabern und Berbern in sich. Mustangs konnten über 300 Jahre frei umherziehen - eine Zeitspanne, in der sie sich zu zähen, genügsamen und unabhängigen Pferden entwickelt haben. Viele wurden von Indianern eingefangen, später waren sie auch bei den Cowboys sehr beliebt. Bei den ersten Mustangs waren das spanische und das Berberblut unübersehbar.

Mustangs haben ein gutes Gespür für Rinder. Neben der Arbeit mit den Viehherden kreuzte man sie später auch mit größeren Pferderassen, die von Siedlern mitgebracht wurden, um größere Arbeitspferde zu züchten. Später wurden sie auch mit Vollblut gekreuzt. Mit dem Quarter Horse gelang die bemerkenswerteste Züchtung einer neuen Rasse, die auf den Mustang zurückgeht. Der Mustang war aber auch bei anderen Rassen wie dem Appaloosa, Palomino und dem Pinto beteiligt.

Die Zahl der wildlebenden Mustangs ist so stark zurückgegangen, dass sie heute per Gesetz geschützt sind. Außerdem wurden zahlreiche Register angelegt, um die verschiedenen Unterarten zu erhalten. Im Register für Spanische Mustangs z.B. werden die Berberabkömmlinge geführt. Diese Pferde eignen sich besonders als Reitpferd und für Ausdauerrennen. Im Register für spanische Berbermustangs werden die Tiere erfasst, die keine reinrassige Berberabstammung aufweisen, aber die korrekten Merkmale haben.

Mustang



Percheron-Pferd

  • Herkunft: Frankreich
  • Stockmaß: 155 bis 185 Zentimeter
  • Charakter: arbeitswillig, temperamentvoll, gutmütig, gehorsam
  • Verwendung: Arbeitspferd (Rückepferd bei der Waldarbeit, Weinanbau), Zugpferd, Reitpferd, Polizeipferd
  • Exterieur: Das Percheron zeigt einen stämmigen Körper mit starken, kurzen Beinen, tiefer Brust und einem kurzen mit Muskeln bepackten Rücken. Die Schultern sind recht schräg und lang, was dem Percheron zu einem auffällig geschmeidigen Trab verhilft.

Das Percheron ist ein aus Nord-Frankreich stammendes, schweres Kaltblut, das in der Region Le Perche beheimatet und heute weltweit verbreitet ist und ein Gewicht von 500 bis 1.200 Kilogramm erreichen kann. Hinsichtlich des Körperbaus werden zwei Pferdetypen unterschieden, Le Trait Percheron und Le Diligencier Percheron. Der erste, schwerere Typ ist besonders groß und massig und entspricht einem schwergewichtigen Arbeits- und Lastpferd mit muskulöser Hinterhand. Der leichtere Typ bleibt hingegen kleiner und eignet sich auch als Reitpferd im Bereich des Freizeitreitens. Aber auch als Familien-, Kutsch- und Barockpferd macht das Kaltblut eine gute Figur. Beeindruckend in seiner Erscheinung, erfreut sich das Percheron wohl auch aufgrund seiner imposanten, wuchtigen Statur zunehmender Beliebtheit.

Mit Blick auf die Fellfärbung ist beim Percheron vor allem der Schimmel vorrangig. Entsprechend der Rassebestimmungen werden ausschließlich graue und schwarze Fellfarben akzeptiert, wobei das Grau mit zunehmendem Alter ausschimmelt. Daher kommen häufig Apfelschimmel und seltener auch Rappen vor.

Als eine der ältesten französischen Pferderassen gehen die Kaltblüter in ihrem Ursprung auf den Araber zurück und haben sich durch Selektierung im Laufe der Jahrhunderte zu einem kräftigen und muskulösen Arbeits- und Zugpferd entwickelt. Der heutige, schwere Katbluttyp entstand im Laufe der zunehmenden Selektierung von Zug- und Arbeitspferden, die vor allem im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft spielten. Das ursprüngliche Araberpferd entwickelte sich durch die klimatischen Bedingungen und die Auslegung der Zucht auf die Verrichtung schwerer Arbeit zu einer massigen und stark bemuskelten Rasse.

Die großen und kräftig gebauten Pferde wurden von der Ernte bis zum Transport für vielseitige landwirtschaftliche Zwecke verwendet und ab dem 20. Jahrhundert vermehrt in alle Welt exportiert. Im Ersten Weltkrieg kamen sie als Militärpferd zum Einsatz, ehe sich der Bedarf durch die zunehmende Mechanisierung verringerte. Mit der wachsenden Nachfrage im Zuge des Freizeitreitens konnte das Percheron jedoch erneut an Beliebtheit gewinnen. Heute ist die Rasse nach wie vor in Frankreich, aber auch in Großbritannien, Nordamerika, Japan und Russland verbreitet.

Percheron-Pferd



Przewalski-Pferd

  • Herkunft: Mongolei
  • Stockmaß: 138 bis 146 Zentimeter
  • Charakter: unabhängig, wild
  • Verwendung: Wildpferd
  • Exterieur: Der Körperbau wirkt wegen des breiten Rumpfes gedrungen. Der Hals ist kurz und dick, der Kopf wirkt im Verhältnis zum Körper groß und ist kastenförmig gestreckt. Im Profil ist die Kopflinie gerade bis deutlich geramst. Der Rücken ist gerade, die Kruppe ist sanft gerundet und nicht gespalten. Die Beine sind kräftig und derb. Wie Hauspferde weisen Przewalski-Pferde an den Innenseiten der Beine Kastanien auf, die an den Vorderläufen über den Handgelenken und an den Hinterläufen unter den Sprunggelenken sitzen. Die Wildfänge, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefangen wurden, weisen eine gewisse Variabilität bezüglich ihrer Fellfarbe auf. Neben solchen mit einer graugelben oder isabellfarbenen Fellfärbung waren auch einige rotbraune Exemplare darunter, die aber isabellfarbene bis weiße Beine sowie einen ebensolchen Unterleib hatten. Przewalski-Pferde weisen normalerweise einen dunklen Aalstrich auf, dessen Breite und Farbintensität individuell verschieden sind.

Das Przewalski-Pferd ist die östliche Form des Wildpferdes, das einst die gesamte eurasische Steppe besiedelte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Przewalski-Pferde vermutlich nur noch in der Region Junggar Pendi (Dschungarei, Nord-West-China) vor. Angaben über Fang- und Sichtungsorte aus dieser Zeit lassen sich einer Region zuordnen, die von 85 bis 95° O und 44 bis 50° N (mongolisches, chinesisches Grenzgebiet) reichte. Zwischen 1903 und 1947, als das letzte Mal ein Wildpferd gefangen werden konnte, wurden keine Berichte über die Sichtung von Wildpferden publiziert. Erst in den 1950er und 1960er Jahren gab es wieder vereinzelte Sichtungsmeldungen. Die letzte Sichtung auf chinesischen Gebiet war in den späten 1950er Jahren. 1969 wurden wildlebende Przewalski-Pferde von einer durch das biologische Institut der Akademie der Wissenschaften der Mongolei organisierten Expedition gesichtet. Das ist die bislang letzte Beobachtung. Alle Beobachtungen stammen aus der Region des Mongol Altajn Nuruu. Das Beobachtungsgebiet umfasst 93 bis 94° O und 45 bis 46° N.

Przewalski-Pferde sind Kulturflüchter, die sich auf Grund der Bejagung durch den Menschen sowie eine zunehmende Nahrungskonkurrenz mit Haustieren auf immer kargere Standorte zurückzogen. So entspricht die Dschungarei, in denen Przewalski-Pferde zuletzt gesichtet wurden, mit ihren kargen Nahrungsangebot und ihren wenigen Wasserstellen nicht einem optimalen Wildpferdhabitat (Habitat ... Wohnplatz, Wohngebiet). Auch in diesem Refugium wurden Przewalski-Pferde jedoch zunehmend bedrängt. So begannen mongolische Hirten in den 1960er Jahren während des Sommers in den Gebirgstälern des Mongol Altajn Nuruu ihre Herden zu weiden. Entsprechend mieden Wildpferde diese Region und hielten sich während des Sommers in der dschungarischen Gobi auf. Erst während des Winters wechselten sie wieder in das Gebiet Mongol Altajn Nuruu.

Przewalski-Pferde leben entweder in reinen Hengstgruppen oder in kleinen, von einen Hengst geführten Familiengruppen zusammen. Familiengruppen bestehen in der Regel aus fünf bis zwanzig Pferden. Hengstgruppen sind ähnlich groß, ihre Zusammensetzung und damit auch die Herdengröße unterliegen jedoch deutlich stärkeren Veränderungen als die der Familiengruppen.

Przewalski-Pferd


Quelle: wikipedia.de

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