Der »magische« Anabaum
Zukunft pflanzen – Bio für 9 Milliarden
In der Sahelzone und im Sudan wird der auf sandigen, halb-trockenen Böden wachsende Anabaum (Faidherbia Albida) aufgrund seiner vielseitigen Verwendung auch „magischer Baum“ genannt. Die Gattungsbezeichnung „Faidherbia“ ist eine Hommage an Louis Faidherbe, der im 19. Jh. französischer Gouverneur des Senegal war. Der lateinische Begriff albidus („weiß“) verweist auf die blasse Farbe der Baumrinde.

Die orangefarbenen Hülsenfrüchte des Anabaums erreichen eine Größe von 10 -15 Zentimetern. Sie werden wie die Blätter als Viehfutter verwendet und dienen in der Trockenzeit zur Not als Nahrungsmittel. Das Fruchtfleisch der Hülsenfrüchte wird entweder direkt weiterverarbeitet oder zu Pulver vermahlen und mit Sauermilch vermischt.
Als einziger Baum der Sahelzone wirft der Anabaum seine Blätter in der Regenzeit ab und ergrünt in der Trockenzeit. So finden die Bienen Pollen am Ende der Regensaison, wenn kaum eine andere Pflanze blüht.
Die Akazienart ist für ihre vielfältig heilende Wirkung bekannt und spielt als Medikamentengrundlage eine wichtige Rolle in der traditionellen Medizin. In Afrika werden 80 % der Kranken nur mit Heilpflanzen behandelt. Zwei Drittel davon sind Baumarten.
Mit den Blättern des Anabaums lassen sich Pickel und Wunden behandeln. Die Früchte helfen bei Furunkeln. Mit Sauermilch vermischt werden die Früchte auch bei Gelbsucht verwendet. Die Wurzelrinde verschafft Linderung bei rheumatischen Erkrankungen, Ohrenschmerzen, Verstopfung, Ohrenentzündung, Bronchitis und Husten.
Quelle: www.arte.tv/de/der-magische-anabaum/6984730,CmC=6984954.html